Berlock, Silber vergoldet

Art.Nr.:561003
Preis
69,00 EUR
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten  |  Lieferzeit: ca.10-14 Tage
x

Reich verzierter, vergoldeter Silberberlock nach einem Originalstück aus Karlsburg, Mecklenburg-Vorpommern.
Im Sommer 1996 wurden bei Bauarbeiten nahe der Ortschaft zwei Gräber der römischen Kaiserzeit entdeckt. Obwohl die Gräber gestört und nur noch bis zu einer Resttiefe von 8cm erhalten waren, konnten einige Funde geborgen werden. Im Brandschüttungsgrab Nr. 1 entdeckte man neben Keramik- und Fibelbruchstücken, darunter ein Stück einer Rollenkappenfibel, auch einen Berlockanhänger aus vergoldetem Silber (Müller Typ III, siehe Umzeichnung). Es handelt sich bei dem Stück nicht um eine Abformung des Originals, sondern um eine freie Nacharbeitung in traditioneller Handarbeit. Aus diesem Grund sind leichte Abweichungen möglich, unsere Rekonstruktion haben wir gegenüber dem Original leicht vergrößert. Wunderschön detailliert gearbeitet mit echtem Granulationsdekor und Filigrandrahtauflagen! Hohl gefertigt aus 925er Silber mit einer Auflage aus Feingold. Lieferung mit Zertifikat und Lederbändchen im Etui, Ketten sind separat erhältlich. Länge mit Öse ca. 40mm.

------
Berlock-Anhänger oder Berlocken zählen zu den herausragenden Schmuckstücken der älteren römischen Kaiserzeit.
Zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. entstehen im germanischen Raum zwischen Sachsen und Böhmen kugelige Schmuckanhänger, die sich rasch zu einem beliebten Accessoire der Frauentracht entwickelten. Während der Anhänger Typ I regional noch recht eingeschränkt auftritt, verbreiten sich die weiter fortgeschrittenen Typen II und III bereits bis nach Polen und Skandinavien. In Deutschland finden sich zahlreiche Stücke an der Elbe bis hin nach Sachsen und Sachsen-Anhalt. Gegen Mitte/Ende des 2. Jahrhunderts verschwinden die Berlock-Anhänger, die zuvor in manchen Gebieten Südskandinaviens fast 60% des ganzen Fundmaterials ausgemacht haben (Andersson, S.37). 

Bei den Grabfunden stammen bis auf wenige Ausnahmen alle Berlock-Anhänger aus den Bestattungen erwachsener Frauen. Dieser Umstand legt nahe, dass die Berlock-Anhänger als Statussymbol zu verstehen sind, eventuell als Zeichen des Standes oder als Kennzeichnung einer verheirateten Frau. Vielleicht waren Sie auch ein Zeichen dafür, dass die Frau Kinder geboren hat oder eine Art von Mitgift, Morgengabe oder Brautkaufabgabe. In jedem Fall wurden die Stücke lange getragen, wie intensive Tragespuren und Abnutzungen der Ösen belegen. Die häufige Vergesellschaftung mit weiteren kostbaren Grabbeigaben aus Edelmetall oder Importgegenständen aus dem Römischen Reich weist darauf hin, dass die Trägerinnen zu einer gehobenen Schicht der Gesellschaft gehörten.

Berlocken bestanden meist aus Gold und seltener aus Silber. Sie wurden an einer kurzen Schnur um den Hals getragen, manchmal kombiniert mit Perlen aus Glas oder Edelmetall (z.B. Dalstorp) oder mit aufwendig dekorierten, goldenen Fuchsschwanzketten.

Literatur:
K. Andersson, Gold des Nordens, Stuttgart 2008
A. v. Müller, Die birnen- und kugelförmigen Anhänger der älteren römischen Kaiserzeit, IN: Offa, Band 15, Neumünster 1956
 


Wir empfehlen Ihnen noch folgende Produkte:
 
Bewertungen:
Zu diesem Produkt gibt es noch keine Bewertungen. Schreiben Sie die erste Meinung zu diesem Artikel!
Bewertung schreiben
Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch:
 
replik