Würfelturm Turricula 2

Art.Nr.:647201
Preis
26,90 EUR
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Römischer Würfelturm (Turricula)

Holzbausatz eines römischen Würfelturms nach dem Vorbild des Fundstücks aus Vettweiss-Froitzheim.
Der Bausatz ist eine Weiterentwicklung unserer Rekonstruktion von 2015. Er enthält viele zusätzliche dekorative Bauteile sowie Glöckchen am Auswurf des Turms. Im unteren Bereich sind Treppenstufen eingearbeitet, Pinienzapfen und profilierte Zierleisten schmücken die Vorderfront. Ebenso wie die aufgedoppelten Delfin-Figuren lassen sich die Pinienzapfen mit Hilfe einer Feile oder eines Dremels individuell plastisch gestalten. Ein zusätzlicher "Fangzaun" hält die Würfel zusammen. Da dieses Bauteil im Original nicht vorhanden ist, lässt es sich je nach Wunsch anstecken oder entfernen. Wer möchte, kann den gut 20 cm hohen Würfelturm natürlich auch wie das Original bemalen.

Der Würfelturm ist nicht nur für römische Brettspiele geeignet, sondern kann auch erfolgreich bei modernen Gesellschaftspielen eine Manipulation beim Würfeln unterbinden. Zudem macht er einfach Spaß!

Farben und Kleber sind nicht enthalten, die Bilder zeigen Montagevorschläge. Es handelt sich um einen Bausatz aus naturbelassenem 3mm Sperrholz, der zusammengesetzt werden muss. Alle Bauteile sind exakt vorgeschnitten, alle Durchbrücke sind bereits ausgearbeitet. Damit kann der Bausatz innerhalb kürzester Zeit zusammengesetzt und verklebt werden.

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Würfelspiele im alten Rom

Würfelspiele waren in der Antike ein beliebter Zeitvertreib, obwohl auch damals schon das Glücksspiel keinen guten Ruf genoss. Bisweilen wurde nicht nur um einige Kupfermünzen gespielt, sondern um ganze Vermögen, Sklaven oder andere Besitztümer. Damals wie heute war die Spielsucht ein verbreitetes Laster, das man zu unterbinden versuchte. Ein Gesetz aus republikanischer Zeit stellt dabei gar einen Spielgewinn mit Raubgut eines Diebstahls gleich. Die Einhaltung des Verbots wurde dabei von der Polizeitruppe der Aedilen kontrolliert.
Vor allem in den zahlreichen Kneipen blühte jedoch das illegale Glücksspiel, das während der frivolen Feiertage der Saturnalien auch wieder toleriert wurde. Zahlreiche antike Autoren sorgten sich dabei um das Seelenheil der Glückspieler, die nicht nur ihr eigenes Leben ruinierten, sondern auch als schlechte Vorbilder die Jugend zum Würfelspiel verleiteten. Verbreitet war das Würfelspiel natürlich auch in Soldatenkreisen, wo rasch der Sold umverteilt wurde.
Allen Restriktionen zum Trotz fröhnten aber selbst Kaiser dem Würfelspiel. Augustus, Domitian, Vitellius, Claudius - kaum jemand nutzte das Spiel mit den Würfeln nicht zur Zerstreuung. Caligula wird gar nachgesagt, dass er als Falschspieler durchaus auch auf unlautere Tricks zurückgriff. Allerdings wird sich kaum jemand gewagt haben, dagegen aufzubegehren. Bisweilen wurden Würfel aber auch im religiösen Bereich zum Bestimmen von Omen und Vorzeichen verwendet.

Würfelspiele konnten dabei entweder nur mit Würfeln gespielt werden, oder die Würfel dienten zum Spielen eines Brettspieles, wie es auf einigen antiken Abbildungen zu sehen ist. Beliebt war dabei "Duodecim Scripta", eine Form des heutigen Backgammon (s.u.). Überliefert sind auch Trinkspiele, bei denen der eine Spieler soviel trinken musste, wie sein Gegner Augen würfelte.

Würfel gab es in zahlreichen Varianten. Neben den bekannten sechsseitigen Würfeln gab es auch solche mit achtzehn oder zwanzig Seiten, stabförmige Würfel und solche in Form kleiner Figuren. Beliebt waren auch die Sprunggelenksknochen von Ziegen, die als Astragal-Würfel als günstige Spielsteine verwendet wurden.

Dort, wo um viel Geld gespielt wurde, war die Hinterlist nicht fern. Neben der Verwendung von gezinkten Würfeln konnte auch beim Werfen selbst geschickt manipuliert werden. Um dies zu verhindern, entwickelten die Römer spezielle Würfelbecher und Würfeltürme (Turricula), die einen entsprechenden Betrug ausschließen sollten.

 

Würfelturm Turricula - Das Original

Das Original wurde 1984 in Froitzheim auf dem Gelände einer römischen Villa Rustica entdeckt. Neben den Abbildungen und einem hölzernen Fundstück aus Qustul in Ägypten ist dieses Stück der einzige erhaltene Würfelturm aus römischer Zeit. Die Turricula aus Froitzheim besteht aus 4 aufwendig verzierten Bronzeblechen mit mehreren Treppen im Innenbereich, über die die Würfel springen. Neben der reinen Funktion wurde der Turm darüber hinaus noch reich verziert. Zwei Delfinfiguren flankieren den Ausgang des Würfelturmes, der an seiner Oberseite wohl ursprünglich mit Zinnen und kleinen Pinienzapfen aus Bronze geschmückt war. Von weiteren Zierleisten sind leider nur Fragmente erhalten. Drei Glöckchen scheinen über dem Ausgang befestigt gewesen zu sein, die die Würfel abbremsten und bei jedem Wurf klingelten.
Der Würfelturm trägt die umlaufende Inschrift "UTERE FELIX VIVAS", sinngemäß "Gebrauche es glücklich, möget ihr leben". Die Inschrift auf der Frontseite lautet " PICTOS VICTOS / HOSTIS DELETA / LUDITE SECURI": Die Pikten sind besiegt, die Feinde vernichtet, spielt sicher. Aufgrund der Inschrift lässt sich das Stück wohl in das 4. Jahrhundert datieren, wobei ein Zusammenhang mit den Piktenkriegen von Kaiser Constans 342/343 n. Chr. oder dem Feldzug von Kaiser Theodosius in das nördliche Grenzland 368 / 369 n. Chr. wahrscheinlich ist.

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Der Sinnspruch auf dem Würfelturm scheint sich auf das römische Spiel "Duodecim Scripta" zu beziehen. Dabei wurden drei Reihen mit jeweils 2 Wörtern gebildet, die jeweils wiederum aus 6 Buchstaben bestanden. So ergeben sich 3x 12 Spielfelder. Es gibt erhaltene Spielbretter aus Marmor, die Inschiften wie LUDITE SECURI / QUIBUS AESAT / SEMPER INARCA ("Spielt beruhigt, dass ihr immer Geld in der Kasse haben möget") oder SITIBI TESSEL / LAFARE TEGOTE / STUDIO VINCAM (eigentlich Si tibi tessela faret ego te studio vincam, "Auch wenn das Glück der Würfel dir günstig ist, werde ich dich durch Nachdenken besiegen") tragen. Die Beispiele zeigen, dass man manchmal kreativ mit Grammatik und Schreibweise umging, um die Sätze in die erforderliche Gestalt zu bringen. Anhand eines Brettes aus Ostia, dass statt eines Spruches das Spielfeld anhand von Buchstaben in verschiedene Gruppen einteilt, lassen sich die Regeln plausibel rekonstruieren.  Gespielt wurde mit flachen Spielsteinen, die von 1 bis 15 ( I bis XV) nummeriert waren. Beide Spieler setzten ihre Steine auf die Felder der mittleren Reihe und mussten versuchen, diese ähnlich wie beim heutigen Backgammon über das Feld zu ziehen. Es wurde mit 2 oder 3 Würfeln gespielt, bei denen man die Augen entweder zum Zug mit einem einzigen Spielstein addieren oder entsprechender Augen auf 3 Spielsteine verteilen konnte. Auch ein Zug mit 2 Steinen ist möglich, wobei man dann der Wert von 2 Würfel addieren musste. Gewonnen hatte der, der seine Spielsteine als erster vom Feld hatte.

Duodecim Scripta, antiker Spieltisch- Quelle:Wikipedia

 

 

 

 

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