Zwiebelknopffibel, Bronze

Art.Nr.:693001
Preis
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Römische Zwiebelknopffibel

Römische Zwiebelknopffibel aus massiver Bronze mit verziertem Fuß und Schraubmechanismus zur Befestigung der Nadel. Der Mechanismus ist recht umständlich zu handhaben und legt nahe, dass die Fibel fest auf dem Mantelstoff befestigt wurde. Größe ca. 80mm. 

 

Römische Zwiebelknopffibel, Typ Keller 5

Im 2. Jahrhundert, vor dem Fall des Obergermanischen Limes, treten in den Militärlagern bereits besondere Fibelformen mit Scharnierkonstruktion und breiten Armen am Bügel auf, die an eine Armbrust erinnern. Als typische Soldatenfibeln wurden sie bald ein offizielles Kennzeichen des Militärs und wahrscheinlich auch des Ranks. Im 3. Jahrhundert werden die Arme und der Bügel mit großen Zierknöpfen dekoriert, die von der Form her an Zwiebeln erinnern. In der Archäologie werden diese Militärfibeln daher als Zwiebelknopffibeln bezeichnet. Für über 300 Jahre sind diese Fibeln eng mit den Soldaten Roms, aber auch mit herausragenden historischen Personen und der Geschichte der Spätantike verunden.
Während andere Fibelformen durchaus sowohl von Frauen wie auch von Männern getragen wurden, war die Zwiebelknopffibeln ein Schmuckstück ausschließlich für Männer, bzw. Soldaten. Sie dienten dazu, den schweren Mantel (Sagum) über der Schulter zu schließen. 

Nachdem bereits einige Vorformen des Typs 5 im frühen 4. Jahrhundert auftreten (beispielsweise eine Zwiebelknopffibel vom Typ Keller 2c mit einfachen C-förmigen Voluten aus der Zeit um 306 n. Chr. mit Widmung des Kaisers Maxentius), scheint sich diese Form der Soldatenfibel vor allem in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts einer großen Beliebtheit zu erfreuen. Auf dem Elfenbein-Dyptichon des Feldherrn Stilicho aus dem Domschatz von Monza aus der Zeit zwischen 395 und 400 n.Chr. ist ebenfalls eine typgleiche Fibel bildlich dargestellt, was die lange Nutzungsdauer dieses Typs unterstreicht.
Einige Fibeln vom Typ Keller 5 stammen ebenfalls noch aus Grabinventaren und Siedlungsfunden des frühen 5. Jahrhunderts. Noch jünger ist ein Fresko aus dem cubiculum des Theotecnusaus in den Katakomben von S. Gennaro (Neapel), das in das fortgeschrittene 5. Jahrhundert datiert. Diese weiter entwickelte Form Keller 6 mit schmalerem Fuß überdauert bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts. 

Die Nachbildung dieser römischen Militärfibel basiert auf einem Fundstück aus dem Arthur M. Sackler Museum, das zu den Harvard Kunstmuseen in Cambridge gehört. Das Fundstück wurde 1978 vom Peabody Museum of Archaeology and Ethnology der Harvard Universität erworben und trägt die Inventarnummer 1978.495.37. Das Original besteht aus einer Kupferlegierung und trägt Spuren einer ehemaligen Vergoldung. Im Röntgenbild lassen sich undeutliche Verzierungen auf dem Bügel und dem Fibelfuß erkennen, weshalb das Muster anhand eines besser erhaltenen Vergleichstückes ergänzt wurde.


Weitere Infos zum Original:  https://www.harvardartmuseums.org/art/310784

Literatur:

M. Proettel, Zur Chronologie der Zwiebelknopffibeln, IN: Jahrbuch RGZM Mainz 1988, Mainz 1991
E. Keller, Die spätrömischen Grabfunde in Südbayern, Münchner Beitr. Vor- und Frühgesch. 14, München 1971
B. Deppert-Lippitz, A Late Antique Crossbow Fibula in The Metropolitan Museum of Art

 

 

 

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