Spatel, flach, Messing

Art.Nr.:379011
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Römisches Arztbesteck - Der flache Spatel

Flacher Spatel eines römischen Arztbesteckes nach einem Fund aus dem Saalburgmuseum. Vergleichsfunde finden sich überall in der römischen Welt. Der Spatel wurde sowohl im medizinischen als auch im kosmetischen Bereich eingesetzt, wo man beispielsweise Pasten oder Pulver aus Glasgefäßen mit Hilfe eines solchen Spatels entnehmen konnte. Das verdickte Ende kann als Sonde verwendet werden, um Wundhöhlen oder Fistelkanäle zu untersuchen oder um Fremdkörper ausfindig zu machen.

Der Spatel ist in 2 Größen erhältlich:
Die kleine Variante mit einer Länge von 128 mm entspricht dem Originalfund und wurde nur geringfügig überarbeitet. Daher ist dieses Stück besonders für Ausstellungszwecke geeignet.
Da auch zahlreiche größere Vergleichsfunde beispielsweise aus Reims, Pompeji oder Augusta Raurica bekannt sind, bieten wir das Stück auch in einer leicht vergrößerten Variante mit einer Länge von 140 mm an, die etwas stabiler und daher für einen Gebrauch (beispielsweise für museumspädagogische Arbeit) empfehlenswerter ist.

Bitte wählen Sie zwischen der großen und kleinen Variante im Auswahlmenü oben!

 


Medizinische Instrumente in römischer Zeit

Wenn wir heute auf die Überreste der Menschen aus der Vergangenheit blicken, wird uns auch die Möglichkeit geboten, anhand der Knochenfunde und anderer archäologischer Hinterlassenschaften ein Bild von Krankheiten und deren Behandlung zu rekonstruieren.
Knochendeformationen, schlecht verheilte Wunden und Abszesse, Infektionen und andere Krankheiten sind so außerordentlich häufig, dass oftmals der Eindruck entsteht, die Menschen seien den Krankheiten früherer Zeit hilflos ausgeliefert gewesen. Untersuchungen von römischen Latrinen belegen einen hohen Befall mit Würmern und anderen Parasiten. Eine hohe Kindersterblichkeit mag aus heutiger Sicht erschrecken, zumal weder Impfungen noch Antibiotika im modernen Sinne bekannt waren. Das Kindbett war für junge Frauen mit großen Gefahren verbunden,  weshalb das durchschnittliche Sterbealter bei Frauen erheblich niedriger lag als bei Männern.
Dennoch sprechen einige archäologische Befunde auch für eine hochentwickelte Medizin und sogar Chirurgie. Sogenannte Trepanationen, Operationen am offenen Schädel, lassen sich seit der Steinzeit nachweisen, und in vielen Fällen hat der Patient überlebt.
Erst die griechische Kultur brachte eine grundlegende medizinische Wissenschaft hervor, die in der römischen Kaiserzeit ihren Höhepunkt erreichte. Im Gegensatz zu den Siedlungen verfügte das römische Militär über eine gute Versorgung durch Ärzte, Lazarette und sogar Krankenhäuser.
In einigen Gräbern der römischen Kaiserzeit (z.B. in Reims, Ephesos, Luzzi oder Bingen am Rhein) wurden besondere Werkzeuge und Gerätschaften aufgefunden, die den Verstorbenen als Arzt ausweisen, und selbst in kleineren Kastellen am Limes finden medizinische Geräte unter den archäologischen Hinterlassenschaften.
Dies hinderte die Menschen aber nicht daran, im Krankheitsfall zusätzlich um den Beistand der Götter zu bitten, wie Votivgaben in Templen belegen. Auch Heiler und Zauberer gehören zum Alltag der Antike, die mit Wunderkräutern und Hokuspokus den Hilfesuchenden Linderung zu verschaffen versuchten.

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