Wundhaken, Messing

Art.Nr.:379031
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Römisches Arztbesteck - Der Wundhaken

Wundhaken eines römischen Arztbesteckes nach einem Fund aus dem Saalburgmuseum. Mit Hilfe dieses chirurgischen Instruments konnte man bei einer Operation Blutadern anheben oder die Wundränder auseinander ziehen. Länge 90 mm, hergestellt aus Messingbronze.

 


Medizinische Instrumente in römischer Zeit

Wenn wir heute auf die Überreste der Menschen aus der Vergangenheit blicken, wird uns auch die Möglichkeit geboten, anhand der Knochenfunde und anderer archäologischer Hinterlassenschaften ein Bild von Krankheiten und deren Behandlung zu rekonstruieren.
Knochendeformationen, schlecht verheilte Wunden und Abszesse, Infektionen und andere Krankheiten sind so außerordentlich häufig, dass oftmals der Eindruck entsteht, die Menschen seien den Krankheiten früherer Zeit hilflos ausgeliefert gewesen. Untersuchungen von römischen Latrinen belegen einen hohen Befall mit Würmern und anderen Parasiten. Eine hohe Kindersterblichkeit mag aus heutiger Sicht erschrecken, zumal weder Impfungen noch Antibiotika im modernen Sinne bekannt waren. Das Kindbett war für junge Frauen mit großen Gefahren verbunden,  weshalb das durchschnittliche Sterbealter bei Frauen erheblich niedriger lag als bei Männern.
Dennoch sprechen einige archäologische Befunde auch für eine hochentwickelte Medizin und sogar Chirurgie. Sogenannte Trepanationen, Operationen am offenen Schädel, lassen sich seit der Steinzeit nachweisen, und in vielen Fällen hat der Patient überlebt.
Erst die griechische Kultur brachte eine grundlegende medizinische Wissenschaft hervor, die in der römischen Kaiserzeit ihren Höhepunkt erreichte. Im Gegensatz zu den Siedlungen verfügte das römische Militär über eine gute Versorgung durch Ärzte, Lazarette und sogar Krankenhäuser.
In einigen Gräbern der römischen Kaiserzeit (z.B. in Reims, Ephesos, Luzzi oder Bingen am Rhein) wurden besondere Werkzeuge und Gerätschaften aufgefunden, die den Verstorbenen als Arzt ausweisen, und selbst in kleineren Kastellen am Limes finden medizinische Geräte unter den archäologischen Hinterlassenschaften.
Dies hinderte die Menschen aber nicht daran, im Krankheitsfall zusätzlich um den Beistand der Götter zu bitten, wie Votivgaben in Templen belegen. Auch Heiler und Zauberer gehören zum Alltag der Antike, die mit Wunderkräutern und Hokuspokus den Hilfesuchenden Linderung zu verschaffen versuchten.

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