Wikinger Ohrlöffelchen, Bronze

Art.Nr.:650001
Preis
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Unser Schmuckstück - Anhänger eines wikingerzeitlichen Ohrlöffelchens

Die beim Original beschädigte und durch einen einfachen Ring ersetzte Angehöse wurde bei unserem Stück wieder rekonstruiert und in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt. Das Motiv zeigt auf der einen Seite eine Frauenfigur, wahrscheinlich eine Walküre. Die andere Seite ist mit der Figur eines Tieres verziert. Möglicherweise handelt es sich dabei um Fenrir (auch Fenriswolf), die mythologische Figur des Ungeheuers, das beim Weltenbrand Ragnarök schließlich Odin verschlingen wird.

Das Ohrlöfflchen besitzt eine Größe von etwa 7,7 cm und ist voll funktionsfähig. Die Vertiefungen sind in mehreren Arbeitsgängen mit dunkler Patina hinterlegt, um das Ziermotiv zur Geltung zu bringen. Die Lieferung erfolgt mit Lederbändchen und Zertifikat in einem Schmucketui.

Das Original -  Anhänger eines wikingerzeitlichen Ohrlöffelchens



Die schwedische Insel Birka auf der Insel Björkö im Mälarsee, der ursprünglich mit dem Meer verbunden war, war zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert einer der bedeutensten Handelsplätze im Ostseeraum. Während der Wikingerzeit fand hier ein umfangreicher Warenumschlag statt. Birka verband Skandinavien wirtschaftlich mit den Siedlungsgebieten in Russlad bis hin nach Kostantinopel und Arabien.
Von der Siedlung selbst ist bis in die Neuzeit hinein durch Bewirtschaftung fast alles verloren gegangen, aber rund 2.300 Grabhügel haben die Zeiten überdauert. Viele wurden bereits seit dem 17. Jahrhundert ausgegraben und geplündert. Erst seit dem 19. Jahrhundert kann man von einer wissenschaftlichen Erforschung sprechen, auch wenn es damals noch in erster Linie eine Schatzsuche nach wertvollen Beigaben war und Befunde nur am Rande dokumentiert wurden. Viele der Fundstücke liegen heute in den Magazinen und sind immer noch nicht vollständig ausgewertet.
Die Siedlungsfläche selbst besteht im wesentlichen aus "schwarzer Erde", die erst in den 90er Jahren mit modernen Methoden teilweise untersucht wurde. Während auf Birka selbst nur ein kleines Regionalmuseum steht, werden die herausragenden Fundstücke im Historiska Musset in Stockholm präsentiert.
Zu den schönsten Funden zählt des kleine Ohrlöfflchen, das aus Gräberfeld 2 / Bezirk 2A /Grab Nr. 507 stammt und aus vergoldetem Silber besteht. Er ist damit der einzige Ohrlöffel unter den Funden aus Birka, der aus Edelmetall hergestellt wurde. Sämtliche dieser Fundstücke stammen aus Frauenbestattungen. Beim Original ist die Öse zur Aufhängung beschädigt und wurde durch eine Bohrung und eine Drahtöse ersetzt.
Die Örlöffel sind immer mit anderen kleinen Geräten wie Nadeln, Pinzetten , Scheren oder Messern vergesellschaftet und in den Gräbern meist in Brust- oder Taillenhöhe der Bestatten anzutreffen. Möglicherweise waren Sie mit einem Band an den Schalenfibeln befestigt. Die Datierung erfolgt anhand der Fibeln in die JBS (Jüngere Birkastufe), d.h. das fortgeschrittene 9. bis 10. Jahrhundert.
Vergleichsfunde zu den Ohrlöffelchen aus Birka finden sich in zahlreichen Schatz- und Grabfunden der Wikingerzeit, so auf Gotland oder in Norwegen. Die ersten Stücke dieser persönlichen Gegenstände stammen bereits aus Mesopotamien aus dem 3. Jahrtausend v.Chr.. Bis in die Neuzeit hinein waren in Skandinavien ähnliche Ohrlöffel zusammen mit Zahnstochern als Hygiene-Geräte in Gebrauch, daher ist die Verwendung auch zweifelsfrei geklärt. 

Literatur:
H. Arbmann, Birka I - Die Gräber, Stockholm 1940
G. Arwidsson, Brika II:2 - Systematische Analysen der Gräberfunde, Stockholm 1984
 

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