Victoria Statue, Bronze

Art.Nr.:685001
Preis
89,00 EUR
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten  |  Lieferzeit: ca.10-14 Tage
x

Victoria Statue, Bronze

Kleine Statue der Victoria, inspiriert von der berühmten Nike von Samothrake. Die wundervoll detaillierte Figur der antiken Siegesgöttin ist eine Rekonstruktion der überlebensgroßen Nike-Statue aus dem Louvre in Paris. Leider hat sich das antike Kunstwerk nur als Fragment erhalten, was außerordentlich schade ist. Andererseits bietet dieser Umstand auch für mich die Möglichkeit, dieses Meisterwerk in idealisierter Form wieder zum Leben zu erwecken. Anhand von Vergleichsfunden und aktuellen wissenschaftlichen Rekonstruktionsvorschlägen entstand so die Statue der Nike von Samothrake im Kleinformat, so wie sie einmal ausgesehen haben könnte.

 

Rekonstruktion der Victoria - Nike von Samothrake anhand von Rekonstruktionszeichnungen

Als sieg- und glückbringende Figur in einem authentischen römischen Hausaltar (Lararium) ist sie ein echter Hingucker, aber auch Freunde der Antike, Sammler oder Liebhaber der hellenistischen Kunst werden begeistert sein. Analog zu erhaltenen Larariumsfiguren haben wir die Statue der Victoria von Samothrake nicht auf einen Schiffsbug, sondern, wie bei zahlreichen anderen miniaturisierten Varianten aus römischer Zeit, auf einem Globus plaziert.
Die Figur wird in reiner Handarbeit hergestellt und in aufwendiger Technik im Wachsausschmelzverfahren aus massiver Bronze gegossen. Damals wie heute ist die Figur eine herausragendes Kunstwerk.

Höhe der Figur ca. 93 mm

 

Die Siegesgöttin Victoria - Die römische Religion und ihre Gottheiten


Zur Zeit der frühen Republik besaßen die Römer in einer landwirtschaftlichen Gesellschaft eine eigenständige, bäuerlich geprägte Religion, die sich archäologisch nur schwer fassen lässt. Es standen hier vor allem Mächte der Fruchtbarkeit und Schutzgottheiten für Menschen und Tiere im Vordergrund.
Mit der Ausdehnung des römischen Machtbereiches und dem Kontakt mit Etruskern und griechischen Kolonien wandelte sich die Glaubensvorstellungen.  Die alten Götter wurden zunehmendend dem griechischen Kult angepasst und gleichgestellt. Zum einen gab es die zwölf bekannten „Dei Consentes“, die nach dem Glauben der Griechen die Götter des Olymps darstellen.  Dazu gehörten Jupiter als der höchste Gott, sowie Juno, Neptun, Minerva, Mars, Venus, apollo, Diana, Vulcanus, Vesta, Merkur und Ceres. Daneben gab es zahlreiche weitere Götter wie Aeolus, den Gott des Windes, Luna, die Göttin des Mondes oder Fortuna als Glücksgöttin.
Eine Eigenart der griechischen und römischen Religion sind Personifikationen von Eigenschaften und Tugenden, wie Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, Pax als Friedensgöttin, Virtus (Tapferkeit), Concordia (Eintracht) oder Victoria (Sieg). Auch wurden Gottheiten als Personifikationen bestimmter Städte, Länder und Völker angesehen, wie Roma als Schutzgöttin der Stadt Rom. Die Begeisterung der Römer für die griechische Kultur führte dazu, dass das Aussehen der Götter sowie ihre Darstellung in der Kunst nahezu identisch übernommen wurden. Zahlreiche herausragende griechische Plastiken und Statuen sind nicht mehr im Original erhalten, existieren aber heute noch als Kopien aus späterer römischer Zeit.
Neben dem öffentlichen Kult der Staatsgötter gab es den privaten Kult, der an Hausaltären innerhalb der Familien und Hausgemeinschaften praktiziert wurden. Hier wurden vor allem private Schutzgötter des Hauses und seiner Bewohner verehrt, die Laren und Penaten, sowie der Genius als Schutzgeist des Hausherrn, des „Pater Familias“ als Oberhaupt der Großfamilie.
Auch andere Götter, zu denen eine besonderere Bindung in Form von Eiden, Versprechungen oder persönliche Geschicke bestand, wurden im privaten Kult verehrt. Vor allem Merkur als Gott das Handels und des Geldes ist häufig als kleine Götterfigur in den Hausaltären, den sogenannten Lararien, anzutreffen.
Victoria
Die Göttin Victoria ist die Personifikation des Sieges, des glücklichen Ausgangs und des Friedens. Sie ist eine geflügelte Gottheit, was auch die Flüchtigkeit des Erfolges zum Ausdruck bringt. Die römische Victoria entspricht der griechischen Göttin Nike. Ihre Attribute sind der Lorbeerkranz und der Palmzweig, die beide auch als Auszeichnungen an die Sieger sportlicher Wettkämpfe verliehen wurden.
In der Curia Julia, dem Versammlungsgebäude des Senats in Rom, besaß die Statue der Siegesgöttin eine herausragende Stellung. Victoria erscheint auch häufig auf römischen Münzen, wenn ein militärischer Erfolg durch die Emission einer neuen Münzserie propagiert wurde. Damit wird die Siegesgöttin Victoria zu einer zentralen Figur für den Herrschaftsanspruch der Kaiser und des römischen Selbstverständnisses überhaupt. Sie war damit auch die persönliche Schutzgöttin des Kaisers.
Bis in die Neuzeit hinein erfreut sich die Darstellung der Siegesgöttin einer großen Beliebtheit. In Berlin thront sie als „Goldelse“ auf der Siegessäule und auf der Quadriga am Brandenburger Tor.
 


Die Victoria / Nike von Samothrake


Auf der griechischen Insel Samothraki, nicht weit entfernt vom Bosporus in der nördlichen Aegäis, befand sich in griechischer Zeit ein großes Heiligtum der Kabiren. Dies war ursprünglich ein Mysterienkult, der später mit den Gottheiten Demeter, Persephone, Hades und Hermes identifiziert wurde und einen Bezug zur Unterwelt besaß. Auf der Insel Samothraki waren sie die Beschützer der Seefahrer und Schiffbrüchigen. Gerade vor der gefährlichen Durchfahrt Marmara-Meer und weiter durch den Bosporus ins Schwarze Meer benötigte man den Beistand der Götter. Es stand allen Hilfesuchenden offen, gleich welcher Religion und Herkunft. Innerhalb von einem Tag wurde man in den Kult eingeführt, weshalb das Heiligtum auch besonders beliebt war und gut besucht wurde.
Nach der Aufgabe der Tempelanlage, wahrscheinlich nach einem Erdbeben, wurden die Gebäude zum Steinbruch. Die Blöcke wurden zerschlagen und zu Kalk gebrannt oder direkt zu anderen Baustellen abtransportiert.  Die Ruinen gerieten bald in Vergessenheit und wurden schließlich wieder von der Natur überwuchert.
Die Reste der Anlage wurden 1863 von Charles Champoiseau entdeckt und in einer sondierenden Ausgrabung untersucht. Am letzten Tag der Kampagne entdeckten die Ausgräber schließlich die Fragmente einer überlebensgroßen Statue aus Marmor. Champoiseau erkannte anhand der Federn und Flügelfragmente, dass es sich um eine Statue der Nike handeln musste. Leider blieb die Suche nach den Armen und dem Kopf der Figur auch bei modernen Nachgrabungen erfolglos.
Die Überreste wurden in Kisten in Richtung Paris verschifft, wo die Einzelteile schließlich mühsam zusammengesetzt wurden.
 
Victoria von Samothrake, Louvre
 
1879 entdeckte man bei Nachgrabungen den Sockel der Statue, der die Form eines antiken Schiffbugs besitzt. Das Motiv der Siegesgöttin, die auf einem Schiff landet, war ein bekanntes Motiv der griechischen Kunst, das eine gewonnene Seeschlacht symbolisierte. Auch auf älteren Münzbildern begegnet man dieser Darstellung:
 
Griechische Münze, Victoria
 
Zusammen mit dem schiffsförmigen Sockel ergibt sich für das Kunstwerk eine Gesamthöhe von beeindruckenden 5,57 Metern, wovon die Skulptur der Nike rund 2,75m ausmacht. Die geflügelte Göttin besteht dabei aus mehreren Steinblöcken, die mit Hilfe von Metallstiften zusammengesetzt wurden. Auch die Flügel bestehen aus separaten Marmorplatten und wurden nachträglich nahezu unsichtbar angefügt.
Die Statue der Nike war in einem relativ kleinen, etwa 13 x 9m großen, von Mauern umsäumten Bereich am Rande des Heiligtums von Samothrace aufgestellt, der teilweise in das ansteigende Gelände eingegraben worden war. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen Brunnen, worauf Tonröhren im Gelände hinweisen könnten. In einer dieser Tonröhren entdeckte man bei Nachgrabungen 1950 Reste der rechten Hand, die ebenso wie die Statue selbst, heute im Louvre in Paris ausgestellt sind. Früher zog man eine Rekontruktion der Nike mit einer Trompete in der rechten Hand in Erwägung, analog zu antiken Münzbildern. Denkbar wäre auch die Ergänzung eines Siegerkranzes, wie zahlreiche ähnliche Darstellungen auf Münzen und bei  Statuen und Kleinplastiken nahe legen. Aufgrund der gefundenen Fragmente schien die Figur jedoch lediglich die offene Hand wie zum Gruß erhoben zu haben.
 
Heiligtum auf Samothrake, Ruinen der Tempelanlagen

Ein genauerer Blick auf weitere Fragmente gibt ebenfalls Hinweise auf das frühere Aussehen der Nike. Während heute der rechte Flügel spiegelbildlich zum erhaltenen Linken ergänzt wurde, scheinen Fragmente anzudeuten, dass der rechte Flügel ursprünglich etwas höher erhoben und leicht nach vorne schlagend gestaltet worden war. Die Füße fehlen zwar, aber die Ansätze an den Beinen legen nahe, dass nur der rechte Fuß das Deck des Schiffes berührte, während der linke noch in der Luft schwebte. Die vermittelte die Illusion einer besonderen Leichtigkeit.
Möglichweise war die Statue der Nike ein Weihegeschenk der Bewohner der Insel Rhodos, die hier am Heiligtum von Samothrake an prominenter Stelle vor einem großen Publikum an den Sieg einer Seeschlacht gegen Antiochus III. von Syrien gedenken wollten.  Dafür spricht, dass der hochwertige Marmor der Statue aus Paros stammt, der Marmor für das Schiff aber von Rhodos importiert wurde.
Die Statue der Nike von Samothrake ist eine herausragende Skulptur, die als eines der größten Meisterwerke der griechischen Kunst betrachtet wird. Aufgrund der Gestaltung und Ausarbeitung geht man von einer Entstehungszeit im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. aus. In dieser Zeit des Hellenismus wird die Darstellung der Figuren lebhafter und dramatischer, wie es bei der Nike besonders eindrucksvoll inszeniert ist. Das dünne Gewand scheint geradezu um den Körper zu flattern, es legt sich vorne eng an den Körper und wirkt fast unsichtbar. Hinten bildet sich ein wehender Bausch von Stoff, ein Manteltuch bedeckt ihre Hüften. Sie scheint gerade gegen den Wind auf dem Bug des Schiffes zu landen, das Zusammenspiel von Körper und Gewand, Luft- und Körperbewegung ist eine meisterhafte Komposition des unbekannten Bildhauers.
Vielleicht ist es auch gerade die Unvollständigkeit, das Fehlen von Kopf und Armen, das die Faszination dieses Kunstwerkes ausmacht.
Bewertungen:
Zu diesem Produkt gibt es noch keine Bewertungen. Schreiben Sie die erste Meinung zu diesem Artikel!
Bewertung schreiben
replik