Fibel Gellep, Silber vergoldet

Art.Nr.:656202
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Fränkische Fibel der Merowingerzeit

Fibel der Merowingerzeit nach einem Fundstück aus dem Gräberfeld Krefeld-Gellep (Gelduba), Grab 1803 aus der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts. Das Stück besitzt eine rechteckige Spiral- und eine ovale Hakenplatte mit dekorativer Flechtbandverzierung im germanischen Tierstil. Der Bügel und der Rand sind mit geometrischen Mustern verziert und der Fibelfuß als stilisierter Tierkopf ausgearbeitet. Die Knöpfe an der Spiralplatte sind vollplastisch gestaltet. Das Stück wird in Handarbeit aus massivem Silber (Sterlingsilber 925) hergestellt. Die Fibel besitzt am Rand scharze Einlagen aus echter Emaillie und eine Teilvergoldung.

Die aufwendige Nadelkonstrution ist authentisch und funktionsfähig aus härterem, vergoldetem Neusilberdraht gefertigt. Größe ca. 85 x 40 mm.

 

Bügelfibel aus dem Gräberfeld Gellep (Gelduba)

Bereits die westgermanischen Ubier gründeten am Niederrhein, in der Nähe der heutigen Stadt Krefeld, eine stadtähnliche Siedlung, ein sogenanntes Oppidum. Unter römischer Herrschaft wurde ein Militärlager südlich der Siedlung errichtet, jedoch wurden sowohl Kastell als auch die zivile Siedlung in Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen während des Bataveraufstandes 69 n. Chr. zerstört. Reste eines großen Marschlagers, zahlreiche Pferdekadaver und ein Massengrab mit rund 40 Individuen und Pferdeskeletten sind in diese Zeit zu datieren und belegen eine große Schlacht nahe Geldubas.

Als Kohortenkastell einer teilberittenen Auxiliareinheit bestand die Garnison nach 71 n. Chr. fort, und es entwickelte sich die übliche Infrastruktur mit Badeanlagen, zivilem Vicus und Gräberfeld.
Nach einer längeren friedlichen Periode geraten Gelduba und seine Bewohner im 3. Jahrhundert erneut in Bedrängnis. Um 275/275 überfallen germanische Franken die Siedlung und zerstören des Militärlager, das erst unter Kaiser Diokletian Ende des 3. Jahrhunderts grundlegend neu befestigt und mit wechselnden Besatzungen mehrfach umgebaut wurde. Aber bereits nach rund 60 Jahren, um 352 n. Chr., wird auch dieses Kastell niedergebrannt. Ein letzter Aufbau der Befestigung erfolgt als kleine, mit dicken Mauern gesicherte Bastion, die mit einer zusätzlichen polygonalen Vormauer gesichert wurde. Es ist nicht bekannt, ob auch dieses letzte Kastell im 5. Jahrhundert militärisch eingenommen, oder freiwillig geräumt wurde. In jedem Fall dominieren in der Folgezeit die Franken das Umfeld von Gelduba. Möglicherweise wurde das spätrömische Kastell als Herrschaftssitz weiter genutzt, und auch das römische Gräberfeld wird bis weit in die Merowingerzeit hinein weiter belegt. Erst im 8. Jahrhundert scheint die Besiedlung Geldubas abzureißen.

Die Ruinen des Kastells von Geduba waren noch bis ins 13. Jahrhundert hinein erhalten.

Das Gräberfeld von Gellep / Gelduba wurde 1936 durch Albert Steeger entdeckt. Die große Bedeutung liegt in der kontinuierlichen Belegung von römischer Zeit bis zur Epoche der fränkischen Merowinger. Mit etwa 6300 Bestattungen ist Gelduba das größte römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen.

Grab 1803 gehört in Gellep mit zu den prunkvollsten Bestattungen. Neben Schmuckstücken wie einer Almandin-Scheibenfibel gehörten auch Glas- und Bersteinperlen und filigranverzierte Goldblechanhänger zu den entdeckten Beigaben. Herausragend sind dabei zwei ähnliche Bügelfibeln aus vergoldetem Silber mit Flechtbandverzierungen und Enden in Form von Tierköpfen. Grab 1803 von Gellep datiert in Stufe III, etwa die 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts n. Chr.  

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