Westgotische Gürtelschnalle

Art.Nr.:703001
Preis
58,00 EUR
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten  |  Lieferzeit: 2-3 Wochen
x

Gürtelschnalle aus Bronze

Nachbildung eines Fundstücks mit länglichem Beschlagblech aus einer Privatsammlung. Die Schnalle basiert auf einem Original aus dem 7. Jahrhundert, die Ornamentik mit dem entwickelten Tierstil verweist auf wahrscheinlich westgotische Ursprünge.
Länge ca. 90mm, geeignet für eine Riemenbreite von 25 mm. Auf der Rückseite des Beschlagblechs befinden sich zwei Ösen, mit denen die Schnalle auf dem Leder vernäht oder einfach durch Splinte aus Holz oder Metall befestigt werden kann.

 

Die Westgoten

Die Stämme der Goten stammen möglicherweise ursprünglich aus dem Raum Südskandinaviens, eventuell auch aus dem Weichselraum, wo bereits in der Zeit um Christi Geburt Völker mit den Namen Gauten oder Gotonen lokalisiert werden. Dem Geschichtsschreiber Jordanes zufolge war es Überbevölkerung, die im späten 2. Jahrhundert die allmähliche Wanderung der Goten flussaufwärts von Weichsel und Donau auslöste. Archäologisch belegbar treten die Goten erstmals als Völkerschaft im Schwarzmeerraum auf, worauf kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Römischen Reich folgten. Mitte des 3. Jahrhunderts folgten Überfälle auf die Provinzen Dakien, Thrakien, Moesien und Illyrien.
Bereits im späten 3. Jahrhundert trennten sich die gotischen Stämme der Greutungen und der Terwigen in eine östliche und eine westliche Gruppe auf. Der latinisierte Name der Visigothi, aus dem sich später die Bezeichnung "Westgoten" entwickelte, ist eine Selbstbezeichnung für die "Edlen Goten". Dabei ist nicht davon auzugehen, dass es sich um eine ethnisch homogene Gruppe handelte, sondern vielmehr um den Zusammenschluss verschiedener heterogener Verbände.
Bei der Schlacht von Adrianopel im Jahre 375 n. Chr. besiegen Westgotische Truppenverbände in der heutigen Türkei das oströmische Heer von Kaiser Valens vernichtend und wurden bereits wenige Jahre später zu "Foederati" ernannt. Damit waren sie formell Verbündete Roms und konnten sich zur Kontrolle grenznaher Gebiete im Reich des Imperiums ansiedeln. Bereits im frühen 5. Jahrhundert bildeten die Westgoten das Tolosanische Reich in Südgallien bei Toulouse. Als Verbündete der Römer zogen die Westgoten in den Kampf vor allem gegen die Hunnen, auf deren Seite wiederum Ostgotische und Gepidische Krieger kämpften. In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern 451 n. Chr. konnte der Vormarsch der Hunnen durch gemeinsamen Kampf von Römern und Westgoten gestoppt werden.
Der Einfluss der Westgoten auf die Politik Westroms nahm in den folgenden Jahren immer mehr zu. Das Tolsanische Reich gerät dabei bald in Konflikt mit den Franken, die in Nordgallien ebenfalls als Foederati das römische Machtvakuum ausfüllten. König Eurich kündigt schließlich den Foederatenvertrag mit Rom, besetzte zusätzliche Gebiete Galliens und erweiterte den Einfluss der Westgoten bis nach Spanien. Mit dem Untergang Westroms 476 n.Chr. blieben die Westgoten und die Franken die letzten großen Gegenspieler auf gallischem Boden. Die Schlacht von Vouillé ging verloren, die Franken drängten die Westgoten schließlich in ihre Gebiete nach Spanien zurück. Dort konsollidierte sich das Westgotische Reich mit militärischer Unterstützung des Ostgotischen Königs Theoderich, der nun für kurze Zeit auch der König der Westgoten war. Nach dem Tod Theoderichs 526 n. Chr. waren die Westgoten wieder unabhängig, und Toledo wurde die neue Hauptstadt des Toledanischen Reiches.

Das Reich der Westgoten in Spanien war jedoch immerwährend von außenpolitischen Auseindersetzungen mit Franken, Oströmern und spanischen Stämmen geprägt und innenpolitisch durch Machtansprüche verschiedener Dynastien geschwächt. Dazu kommen religiöse Konflikte mit der einheimischen katholischen Bevölkerung, die dazu führten, dass die Arianische Westgotische Oberschicht schließlich auch zum Katholizismus konvertierte. Mit der Invasion der muslimischen Mauren 711 n.Chr. beginnt schließlich der Untergang des Westgotischen Reiches in Spanien.  Dabei umfassten die Westgoten wahrscheinlich nur 2 bis 3% der Bevölkerung Hispaniens, entsprechend gering sind die Spuren, die sie heute hinterlassen haben.

 

Bewertungen:
Zu diesem Produkt gibt es noch keine Bewertungen. Schreiben Sie die erste Meinung zu diesem Artikel!
Bewertung schreiben
replik