Keltischer Spiegel

Art.Nr.:666001
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Keltischer Spiegel Reinheim

Keltischer Handspiegel inspiriert von einem Fundstück aus Reinheim / Gersheim.
Die polierte Bronzeplatte mit einem Durchmesser von etwa 18 cm ist in einen figürlichen Griff eingesetzt. Die Trägerfigur besteht ebenfalls aus massiver Bronze und ist doppelseitig ausgearbeitet. Die Befestigung der Platte erfolgt originalgetreu über speziell angefertigte Hohlnieten mit Einlagen aus Koralle. Der ergänzte und im Original nicht mehr erhaltene Holzgriff besteht aus Buche. Die Gesamtlänge des außergewöhnlichen und prachtvollen Stückes liegt bei etwa 37 cm. Eine wirklich außergewöhnliche Rekonstruktion, stabil gefertigt und gebrauchsfähig.

 

Das keltische Fürstengrab von Reinheim

Wie auch die Vorlage unseres Halsreifs stammt auch der keltische Spiegel aus dem Prunkgrab der Fürstin von Reinheim. Im Februar 1954 entdeckte der Kiesgrubenbesitzer J. Schiel beim Sandabbau das Fragment des Spiegelgriffs. Die als "Katzenbuckel" bekannte Bodenwelle wurde im Anschluss archäologisch untersucht und als keltischer Grabhügel erkannt. Die Ausgräber konnten eine Grabkammer aus Eichenholz lokalisieren, die etwa 50 cm in den Boden eingelassen war und bargen bei der Ausgrabung zahlreiche Beigaben und Trachtgegenstände. Obwohl das Skelett der Toten vollkommen vergangen war, konnte anhand der Funde geschlossen werden, dass es sich bei der Bestatteten um eine Frau von hohem sozialem Rang und eventuell auch mit priesterlicher oder religiöser Funktion handelt. Neben dem prachtvollen Halsring mit seinen menschengesichtig gestalteten Enden gehören weiterere Goldarmringe, Finggerringe und Armringe aus Glas und Ölschiefer zum persönlichen Schmuck der Toten. Zu den weiteren Funden gehören eine Goldscheibenfibel mit Koralleneinlagen, eine Maskenfibel, eine figürliche Fibel in Form eines Hahns, eine prachtvolle Röhrenkanne mit Trinkgeschirr und zahlreiche Kleinfunde aus Glas und Bernstein. Herausragend ist auch der große Handspiegel, von dem es nur einen Vergleichsfund aus Hofheim gibt und dessen Design augenscheinlich von figürlich gestalten Spiegeln aus dem mediterranen Raum inspiriert wurde. Die unten abgebildete Spiegel-Figur stammt aus Olympia in Griechenland und datiert etwa um 500 v. Chr. Die Figur des keltischen Spiegels trägt jedoch eine Blattkrone, wie sie von zahlreichen keltischen Abbildungen und auch von der Statue vom Glauberg bekannt ist.

 

Der Grabhügel selbst bestand aus Rasensoden und besaß bei einem Durchmesser von 23 m eine Höhe von vermutlich 4,70 m. Weitere Bestattungen im Umfeld belegen eine Siedlungskontinuität über Jahrhunderte hinweg. In römischer Zeit schließlich wird unweit des Grabhügels eine große gallorömische Villa Rustica errichtet, die als zentraler Ort für das Umfeld angesehen werden muss. Es ist anzunehmen, das aufgrund der Nähe zu den keltischen Grabanlagen hier ein Familien- oder zumindest Rechtsnachfolger der Fürstin von Reinheim residiert hat.

Sehenswert ist heute der Europäische Kulturpark in Reinheim, wo neben den römischen Funden auch eine  Rekonstruktion des Grabhügels mit der offenen Grabkammer zu besichtigen ist.
 

Lit.:
R. Echt, Das Fürstinnengrab von Reinheim. Studien zur Kulturgeschichte der Früh-La-Tène-Zeit. Saarbrücker Beitr. Altkde. 69 (Bonn 1999)

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