Römischer Göffel, Silber

Art.Nr.:721002
Preis
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Römischer "Göffel" aus Silber

Römisches Besteckteil mit integriertem Löffel und Gabel, reich verziert mit den Köpfen eines Panthers und eines Greifen. Die Raubkatze wird durch ein Punktmuster als Leopard gekennzeichnet, der dem Gott des Weines Bacchus (griech. Dionysos) zur Seite gestellt wurde. Ein geschwungener Bügel mit Tatze als Abschluss erinnert an die verzierten Beine von römischen Beistelltischen. Diese Nacharbeitung ist von einem Fundstück im Metropolitan Museum in New York inspiriert. Das Original wurde dem Museum aus einer privaten Sammlung zur Verfügung gestellt. Handarbeit aus massivem 925er Sterlingsilber, Länge ca. 16cm.

 

Römischer "Göffel" aus Silber

Die Tischkultur der Römer unterschied sich stark von unserer heutigen. Da gerade in großen Städten aufgrund der Brandgefahr das unterhalten von Feuerstellen eingeschränkt war, musste sich gerade die ärmere Bevölkerung auf der Straße bei Garküchen und in Tavernen versorgen. Wie groß die Zahl dieser Thermopolien war, kann man heute noch in den Vesuvstädten Pompeji und Herculaneum entdecken. Die wohlhabenderen Bürger konnten sich in ihren reich ausgestatten Villen nicht nur eigene Küchen leisten, sondern wurden zudem von speziell ausgebildeten Sklaven umsorgt. Der eigene Wohlstand wurde mit erlesenen, seltenen und teuren Spezialitäten und Gewürzen bei ausschweifenden Gelagen gerne geladenen Gästen demonstriert. Dabei spielten nicht nur die ausgefallenen Speisen, sondern auch das Besteck und Geschirr eine wichtige Rolle. Kostbare Gefäße aus Silber unterstrichen den Anspruch des Hausherrn in der gehobenen Gesellschaft. 

Da es in diesen Kreisen nicht nur als unschicklich galt, sondern sogar gesellschaftlich unmöglich war, mit einem Messer zu Tisch zu liegen, wurden die Speisen bereits mundgerecht in kleinen Häppchen serviert. Meist spielten dabei Soßen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen eine große Rolle, die in kleinen Töpfchen und Schälchen angereicht wurden. Um die Speisen und Soßen zu verteilen, verwendete man Vorlegelöffel mit einer relativ großen Laffe, die sogenannten Ligulae. Als Speiselöffel dienten dabei die Cochleariae, die mit kleiner Laffe und einem spitzen Ende zum Aufspießen der Speisen geeignet waren. 

Aus der Zeit der Republik stammen nur wenige Besteckteile, so dass angenommen werden muss, dass hier auch in gehobenen Kreisen vornehmlich mit den Fingern gegessen wurde. Suppen wurden entsprechend direkt aus einer Schale getrunken. Auch in der Kaiserzeit waren die Finger noch das wichtigste Hilfsmittel, aber es entwickelten sich auch repräsentative Küchengeräte und Besteckteile. Unser "Göffel", typologisch wahrscheinlich in das 3. Jahrhundert datierend, diente vermutlich nicht zum individuellen Gebrauch, sondern als Vorlegebesteck für erlesene Speisen und Soßen. Interessant ist dabei, dass man hier bereits eine Gabel integriert hat, die sich erst in späterer Zeit zu einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand entwickeln sollte.

Infos zum Original:

https://www.metmuseum.org/art/collection/search/257863

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