Kulthand Sabazios, Bronze

Art.Nr.:724001
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Votivhand des Sabazios-Kultes

Reich dekorierte Votivhand des Sabazios-Kultes aus massiver Bronze. Inspiriert von einem Fundstück aus der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Höhe mit Sockel ca. 66 mm, passend für kleine römische Hausaltäre (Lararien).

Video: https://youtu.be/ZAnGDbRr1dw

 

Votivhand des Sabazios-Kultes

 

Der Kult um Sabazios (lat. Sabazius) entstand ursprünglich im antiken Phrygien oder Thrakien, der heutigen zentralen Türkei, bzw. der Region zwischen Türkei, Griechenland und Bulgarien, zwischen Bosporus und dem unteren Lauf der Donau. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. gibt es eine Gemeinde in Athen, wo die Anhänger aufgrund ihrer Religionspraktiken zunächst auf Unverständnis stießen. Der Dichter Aristophanes macht sich über die merkwürdigen Gebräuche lustig, da die Riten nur Eingeweihten verständlichen waren und teilweise ausschweifende und orgiastische Züge annahmen. Als Mysterienkult begegnete man den Anhängern des Sabazios zunächst mit Skepsis. Doch bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. war die Gemeinde ein fester Bestandteil der Athener Einwohnerschaft. Aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammen Nachweise der Sabazios-Verehrung aus Rom. Auch aus den Vesuvstädten  Pompeji und Herculaneum stammen Fundstücke, die in direktem Zusammenhang mit der Ausübung des Sabazios Kultes stehen. Mit den Soldaten und deren Truppenverlegungen erreicht der Mysterienkult schließlich auch entlegene Regionen des Imperiums.

 

Nach Diodor gilt Sabazios als ein Sohn des Zeus und der Persephone, der Ackerbau betrieb und als Schutzpatron für Frauen vor der Niederkunft galt. Sabazios wurde nach Diodor von den Titanen getötet und danach als Dionysos wiedergeboren. Die Gleichsetzung mit dem Gott des Weines, oder in späterer römischer Zeit auch mit Jupiter, zeigt die Bemühungen, den orientalischen Mysterienkult in den Kanon der römischen Religionen zu integrieren.

 

Sabazios ist eine vielgestaltige Gottheit, die verschiedene Aspekte von Zeus und Dionysos in sich vereint, aber auch ältere reiternomadische Ursprünge besitzt. Dementsprechend vielfältig sind auch sein Wirken und die Tiere, die mit ihm in Verbindung gebracht werden. Eine besondere archäologische Fundgattung sind dabei die Sabazios-Hände, die als liturgische Objekte bei Prozessionen präsentiert wurden, aber auch in Heiligtümern und in privaten Hausaltären ausgestellt waren. Auf ihnen befinden sich zahlreiche Symbole, die auf die Ausübung des Kultes und das Wirken des Gottes hinweisen.

 

Die Kulthand des Sabazios ist im „lateinischen Segensgestus“ mit angewinkeltem kleinen und Ringfinger dargestellt. Eine Höhle mit stillender Mutter und Kind verweist auf seine Schutzfunktion für Frauen im Kindbett. Auch die Ansammlung von Amphibien ist auffällig, dargestellt sind eine Eidechse, eine Schlange und eine Schildkröte. Während sich Zeus in Gestalt einer Schlange Persephone genähert haben soll, ist die Schlange gleichzeitig ein Erdtier, dessen regelmäßige Häutung als Symbol für Erneuerung und Jugend gesehen wurde. Auch verweisen antike Autoren darauf hin, dass goldene Schlangen im Sabazioskult eine besondere Rolle spielten, die oben unter die Kleidung gesteckt und im Schoß wieder herausgenommen wurden und damit die Zeugung symbolisierten. Auch die Eidechse, deren Schwanz nachwachsen kann, galt als Zeichen der Wiedergeburt. Der Frosch hingegen ist mit seiner Metamorphose ein Symbol für Wachstum und Entwicklung.

 

Neben dem Portrait des Gotts finden sich weitere Gegenstände auf der Hand, die direkt mit der Ausübung des Kultes in Verbindung stehen. Dazu gehören unter anderem eine Waage, ein dreibeiniger Tisch mit Brot (?), ein Opfermesser, ein Lederbeutel und ein Pinienzapfen auf dem Daumen. Diese Gegenstände finden sich in ähnlicher Form auf den zahlreich erhaltenen Votiv-Händen des Sabazios-Kultes und geben eigentlich mehr Fragen als Antworten zu den Praktiken der eingeweihten Gemeinde.

 

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