Kerbschnittgarnitur Lauriacum

Art.Nr.:738101
Preis
198,00 EUR
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Spätrömische Gürtelgarnitur mit Kerbschnittmuster, Bronze

Diese wunderschön gefertigten Beschläge einer spätantiken Gürtelgarnitur besitzen aufwendige Verzierungen in Kerbschnittornamentik mit Tierfriesen an den Seiten. Die Tiere werden in der Forschung als Seelöwen interpretiert, worauf die Fischschwänze der Fabelwesen hinweisen. Die Garnitur besteht aus Schnalle, 5-eckigem Gegenbeschlag, einer Astragalröhre, einem runden Zierbeschlag und einer ergänzten Riemenzunge. Die voll funktionsfähige Rekonstruktion basiert frei auf einem Originalfund aus Enns / Österreich, dem antiken Lauriacum. Die dreiteilige Garnitur wurde 1964 in einer Kiesgrube in der Nähe des dortigen Militärlagers gefunden. Sie wird in das späte 4. Jahrhundert datiert.

Die Länge des Beschlags liegt bei etwa 11,5 cm, die Breite bei etwa 7,2 cm. Die Befestigung auf dem Gürtelleder erfolgt in authentischer Weise mit Nieten, die der Lieferung beiliegen.

 

Lauriacum

Zur Sicherung wichtiger Verkehrswege wurde am Zusammenfluss der Donau mit dem Flüsschen Aist das Legionslager Lauriacum errichtet. Der Name geht wahrscheinlich auf keltische Zeit zurück und bedeutet soviel wie "Bei den Leuten des Laurios". Die Existenz eines keltischen Oppidums in der Nähe ist aufgrund diverser Kleinfunde aus dem letzten beiden Jahrhunderten v. Chr. anzunehmen.

Während im 1. Jahrhundert noch zivile Siedlungsspuren überwiegen, wird nach den Markomannenkriegen auch die militärische Sicherung des Donaugebietes voran getrieben. Im späten 2. Jahrhundert entsteht hier einer der größten und wichtigsten Truppenstützpunkte in der Provinz Noricum. Den Höhepunkt erlebt die Anlage mit seinen umliegenden Siedlungen um die Mitte des 3. Jahrhunderts, etwa 25.000 Menschen lebten nun im Umfeld des Legionslagers und seines Canabae Legionis.

Nach Überfällen und umfassenden Zerstörungen durch die Juthungen im 3. Jahrhundert werden das Lager und die Siedlungen teilweise wieder instand gesetzt. Im 4. Jahrhundert erlebt Lauriacum noch einmal unter der Herrschaft Konstantins einen kurzen Aufschwung, wie umfangreiche Bautätigkeiten erkennen lassen, bevor es um die Mitte des 4. Jahrhunderts wieder einer Brandkatastrophe zum Opfer fällt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist mit einer größeren Abwanderung der Einwohner zu rechnen.

Die Militäreinrichtungen werden unter Valentinian I. im letzen Viertel des 4. Jahrhunderts verstärkt und umgebaut, bringen aber nur wenig Widerstandskraft gegen die Raubzüge der Vandalen und der Hunnen, die im 5. Jahrhundert Lauricaum niederbrennen und nahezu dem Erdboden gleich machen. Nur das Legionslager bietet noch eine letzte Zuflucht für die verbliebene Bevölkerung, das sich zu einer befestigten Kleinstadt entwickelt. Lauriacum spielt wohl noch eine wichtige Rolle bei der Evakuierung der verbliebenen Romanischen Bevölkerung des Umlandes, bevor es nach der Aufgabe der römischen Verwaltung um die Mitte des 5. Jahrhunderts endgültig in der Bedeutungslosigkeit versank.
Die bemerkenswerten Funde dieses herausragenden Fundortes sind heute im Museum Lauriacum zu besichtigen: https://museum-lauriacum.at/

 

 

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