Römischer Gürtel Stabiae, Silber

Art.Nr.:739002
Preis
1.650,00 EUR
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten  |  Lieferzeit: 4-6Wochen
x

Römischer Militärgürtel (Cingulum) Stabiae, Silber

LIMITIERTE AUFLAGE !

Beschlagsatz für einen römischen Militärgürtel nach Funden aus Stabiae am Golf von Neapel. Der Beschlagsatz umfasst eine Schnalle mit Ziernieten, Platten zur Befestigung eines Dolches oder Schwertes mit figürlich verzierten Befestigungsscheiben, sowie 12 einfache Gürtelplatten mit 3 unterschiedlichen Ziermotiven. Alle Platten sind an den Ecken mit runden, separat angefertigten und vernieteten Knöpfen verziert. Zum Lieferumfang gehören Ziernieten mit kugeligen Köpfen und Unterlegscheiben zur Befestigung auf dem Gürtelleder.

Die Nachbildungen bestehen aus massivem 925er Silber. Im Gegensatz zu den Originalstücken, bei denen Schnalle und Aufhängungen jeweils einteilig gefertigt sind, habe ich hier analog zu anderen Funden ein Scharnier eingebaut. Auf diese Weise werden die Biegekräfte beim Gebrauch abgebaut und ein Verbiegen der Platten durch hohe Belastung verhindert.
Die Größe der Gürtelplatten liegt bei etwa 40 x 40 mm ohne Knöpfe und ca. 42 x 48mm (B x H) mit Knöpfen. Die Schnalle misst etwa 80 x 60 mm, die Pugio-Aufhängungen jeweils ca. 83 x 48 mm.

Die Riemenzunge ist ergänzt durch ein Fundstück aus dem Schatzfund von Tekije. Passende Beschläge für einen Streifenschurz sind separat erhältlich.
 
Der Beschlagsatz ist auf 40 Stück weltweit limitert. Die Lieferung erfolgt mit einem nummerierten Zertifikat.

Bitte beachten: Aufgrund der großen Menge an Silber, die verarbeitet wird, kann sich der Endpreis je nach Kurs des Edelmetalls kurzfristig verändern. Bitte erfragen Sie den jeweils aktuellen Preis.

 

Römische Militärgürtel aus Stabiae und Herculaneum

Der genaue Fundort der Originalbeschläge ist unbekannt, die Herkunft wird in älteren Publikationen mit Herculaneum und Pompeji angegeben. Da die Beschläge aber bereits 1755 gemeinsam als Fundstücke aus einer Grabung von 1749 in Gragnano publiziert wurden, ist die Herkunft aus der Villa San Marco in dem antiken Stabiae wahrscheinlicher.
Ein römischer Soldat in Herculaneum, der beim Ausbruch des Vesuvs am Ufer bei den Bootshäusern der Stadt ums Leben gekommen ist, trug einen sehr ähnlichen Gürtel.
 
 
Der Fund aus dem Jahr 1982 wurde allerdings meines Wissens bislang weder restauriert noch publiziert. Aufgrund der Ähnlichkeit der Beschläge muss man davon ausgehen, dass diese Gürtel in der gleichen Werkstatt in Campanien gefertigt wurden. Die hohe handwerkliche Qualität gibt Anlass für Spekulationen über die damaligen Träger. Der Besitz eines Militärgürtels weist darauf hin, dass es sich um aktive Soldaten oder Veteranen gehandelt hat. Auch ein Dienst in einer Stadtkohorte bei den Vigiles Urbani oder als private Leibwächter reicher oder politisch einflussreicher Römer scheint möglich. Am wahrscheinlichsten handelte es sich aber um Soldaten, die ihren aktiven Dienst in der Römische Flotte verrichteten, die in Misenum am Golf von Neapel stationiert war.
Die Platten tragen auffällige figürliche Verzierungen. Die großen Scheiben der Schwert- oder Dolchaufhängungen zeigen Sol und Luna (Helios und Selene), Sonne und Mond, die auf von Pferden gezogenen Wagen über den Himmel reisen. Der klassische griechische Bezug findet sich auf den Motiven der Gürtelplatten. Eine Platte zeigt den Spartaner Othryades. Als letzter Überlebender eines 300 Mann starken Heeres Spartas, das gegen Argos in den Krieg zog, errichtete er aus den Waffen der Feinde ein Siegesdenkmal, ein Tropaion. Danach beging er Selbstmord, um der Schande als einziger Rückkehrer zu entgehen.
Eine andere Platte zeigt eine sitzende Figur in Rüstung, die von der Siegesgöttin Victoria (Nike) mit einem Lorbeerkranz bekrönt wird. Diese Figur wird als Roma, als personifizierte Göttin des Staates, interpretiert.
Die dritte Platte trägt als zentrales Motiv Minerva (Athena) gegenüber einer männlichen Figur, möglicherweise Neptun (Poseidon). Da hier jedoch kein militärischer Bezug erkennbar ist, könnte die Darstellung allerdings auch anders interpretiert werden.
Aufgrund der künstlerischen Gestaltung und den Vergleich mit Gürtelplatten aus Tiberischer Zeit liegt eine frühe Datierung in Augusteische Zeit nahe. Das bedeutet, dass die Stücke beim Ausbruch des Vesuvs bereits sehr alt waren, oder die Werkstatt bei der Herstellung nach überlieferten Traditionen gearbeitet hat.
Bewertungen:
Zu diesem Produkt gibt es noch keine Bewertungen. Schreiben Sie die erste Meinung zu diesem Artikel!
Bewertung schreiben
Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch:
 
replik