Vogel-Fibel mit Emaille, Silber

Art.Nr.:185002
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65,00 EUR
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Gegen Ende des 1. Jahrhunderts ändern sich Mode und Geschmack in den römischen Provinzen. Wie bei der Gürtelmode werden farbige Ornamente auch bei den Fibeln zunehmend beliebt, vor allem kleinformatige Broschen mit bunten Emailleeinlagen entsprechen nun dem Geschmack der Zeit. Die Kunst, Glaseinlagen herzustellen, geht bereits auf keltische Wurzeln zurück und erreicht in der römischen Kaiserzeit mit kunstvollen Glasschmelzarbeiten in Millefiori-Technik ihren Höhepunkt. Vor allem in Britannien und im gallisch-belgischen Gebiet hatte die Glasverarbeitung eine lange Tradition. Zur Herstellung der Glasmasse werden Silikat-Minerale und Qarzsand eingeschmolzen und mit Metalloxiden wie Kobalt- oder Manganoxyd eingefärbt. Die Grundmasse wird dann zu einem feinen Pulver zerstoßen, dass bei hohen Temperaturen auf das Metall aufgeschmolzen wird. Die in der Antike verwendete Emaille hatte einen Schmelzpunkt von etwa 680 Grad Celsius, die heutigen industriellen Emaille-Farben müssen bei rund 800 Grad verarbeitet werden. Daraus ergeben sich einige Probleme bei der Herstellung, da das Trägermetall bei diesen Temperaturen bereits glüht und sich neben den Gefahren der Blasenbildung und der Oxidation auch Spannungen im Material durch unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten bilden können. Um dies zu umgehen, verwenden viele Hersteller Kalt-Emaille auf Kunstharz-Basis, die ohne Erhitzen verarbeitet werden können.
Unsere Fibel jedoch besitzt Einlagen aus echtem Glasschmelz. Das Original stammt aus einer privaten Sammlung und ist wohl ein Altfund aus dem süddeutschen Raum. Tierfibeln und insbesondere Vogelfibeln waren zur Römischen Kaiserzeit sehr beliebt und sind chronologisch sehr unempfindlich. Ob den Tierfibeln auch eine kultische oder unheilabwehrende Bedeutung zugrunde liegt, ist unbekannt, aber anzunehmen. Handarbeit aus 925er Silber mit funktionsfähiger Nadelkonstruktion. Länge 33 mm.

Bild 2 zeigt das Original
Literatur:
A. Böhme, Die Fibeln der Kastelle Saalburg und Zugmantel. Saalburg-Jahrb. 29, 1972, 5-112


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