Fingerring Glauberg, Silber

Frei gearbeitet nach Motiven des bekannten Goldrings aus dem Glauberger Prunkgrab Nr. 1 aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. ist dieser wunderschöne, filigrane Fingerring entstanden. Handarbeit aus hochwertigem 925er Silber.

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Fingerring des Keltenfürsten

Frei gearbeitet nach Motiven des bekannten Goldrings aus dem Glauberger Prunkgrab Nr. 1 aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. ist dieser wunderschöne, filigrane Fingerring entstanden.
Handarbeit aus hochwertigem 925er Silber.

 

Glauberg und der Keltenfürst

Der Glauberg - Siedlungsgeschichte

Der Glauberg wurde in jüngster Zeit durch die Entdeckung reicher keltischer Bestattungen und die Statue des Keltenfürsten weltbekannt. Dabei spiegeln diese außergewöhnlichen Funde nur einen kleinen Ausschnitt der langen Siedlungsgeschichte am Glauberg wider.
Am Ostrand der Wetterau gelegen, etwa 30 km nordöstlich von Frankfurt, wurde der Glauberg aufgrund seiner exponierten Lage immer wieder von Menschen zur Siedlung und zur Anlage von Befestigungen genutzt. Die ältesten Funde von dem rund 8 Hektar großen Hochplateau datieren in die Altsteinzeit, spätestens seit der jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur  im 4. Jahrtausend wurde der Glauberg flächig besiedelt.
Spätestens in der ausgehenden Bronzezeit (Urnenfelderkultur, 1300 - 800 v. Chr.) wurden erste Befestigungsanlagen in Form von Wällen errichtet.



Nachdem im 6. Jahrhundert in der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit)eine erste große Umfassungsmauer in Pfostenschlitz-Technik zerstört wurde, errichteten die Bewohner vom Glauberg im frühen 5. Jahrhundert (Latènezeit) eine neue Befestigung. Es ist die große Zeit des Keltenfürsten. Das komplette Hochplateau wurde mit einer umlaufenden Mauer gesichert, zusätzlich wurden weite Hangabschnitte und angrenzende Gebiete durch einen sogenannten Annexwall in die Befestigungsanalge integriert. Auf diese Weise wurden Quellen zur Trinkwasserversorgung gesichert und das Siedlungsareal erweitert.
In die gleiche Zeit fällt auch die Anlage eines Kultbezirks mit Prozessionswegen, Gräben und dem großen Tumulus (Grabhügel) des Keltenfürsten, in dem führende Mitglieder der keltischen Oberschicht bestattet wurden.  Opfergruben mit verscharrten Menschenknochen legen nahe, dass die Kelten am Glauberg durch äußere Feinde, Hungersnöte oder Epedemien bedroht waren oder Menschen im Rahmen von Kulthandlungen geopfert wurden. In jedem Fall handelt es sich dabei nicht um reguläre Bestattungen. Bereits im 4. Jahrhundert endet die Besiedlung am Glauberg wieder.
Erst rund 1000 Jahre nach dem Keltenfürsten, im frühen Mittelalter, lässt sich wieder der Bau einer neuen Mauer nachweisen. 
Die letzte Befestigung erfolgte im Hohen Mittelalter, als der Glauberg zu einer staufischen Reichsburg erhoben wurde.

Die Siedlung auf dem Glauberg
- Forschungsgeschichte

Der Glauberg ist seit alter Zeit als sagenumwobener, geheimnisvoller Ort bekannt. Viele Sagen ranken sich um den Berg und seine Umgabung.
Aus dem 17. Jahrhundert sind erste Funde vom Plateau des Glaubergs bezeugt, im 18. Jahrhundert wurden schließlich die damals noch sichtbaren Reste des Grabhügels des Keltenfürsten zur Anlage eines Weinberges abgetragen. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Forschungen intensiviert. 1844 wurden vom Glauberger Pfarrer Wilhelm Lynker eine erste weitgehend systematische Ausgrabungen durchgeführt. 1906 entdeckte man das Fragment eines außergewöhnlichen Halsreifs am Fuße des Glaubergs. Es scheint also noch weitere Gräber aus der Zeit des Keltenfürsten gegeben zu haben, die den Jahrtausenden landwirtschaftlicher Nutzung zum Opfer gefallen sind.


Unter Eduard Anthes, dem damaligen Denkmalpfleger des Großherzogtuns Hessen, wurden zwischen 1912 und 1913 Wallschnitte angelegt, um die Siedlungsgeschichte des Glaubergs zu ergründen.
1933 schließlich begann eine großflächige Untersuchung des Plateaus auf dem Glauberg durch den Archäologen Heinrich Richter, der mit Unterstützung des "Freiwilligen Arbeitsdienstes" bis zum Kriegsbeginn 1939 umfassende Grabungen durchführte. Leider hat Richter versäumt, seine Ergebnisse zu publizieren, und schließlich wurde die Grabungsdokumentation 1945 zusammen mit den Funden bei einem Artillerieangriff auf das Museum und Magazin nahezu vollständig zerstört.
Im Jahre 1970 stirbt Richter, ohne die Ergebnisse seiner Arbeiten adäquat veröffentlicht zu haben.
Bis 1998, 3 Jahre nach der Entdeckung des Grabhügels am Fuße des Glaubergs, waren das Plateau und  die Wallanlagen immer wieder Ziel kleinerer Grabungskampagnen, die in erster Linie dazu dienten, die Grabungen Richters und die in den 30er Jahren angefertigten Fotographien einzuordnen.
2010 erschien die Publikation von H. Baitinger, Der Glauberg - Ein Fürstensitz der Späthallstatt-/ Frühlatènezeit in Hessen, in dem in detektivischer Kleinarbeit die bis dahin zusammengetragenen Erkenntnisse zu den Grabungen auf dem Glauberg-Plateau veröffentlicht wurden.

Die Grabanlagen am Fuße des Glaubergs
- Der Glauberger Keltenfürst

Im Jahre 1987 wurde durch Luftbilder ein frühlatènezeitlicher Kreisgraben am Fuße der Befestigung erkannt. Ab 1994 wurden Ausgrabungen und geophysikalische Untersuchungen durchgeführt, die 2 Grabhügel und umfassende Grabenstrukturen nachweisen konnten.



Im Grabhügel 1 entdeckten die Archäologen des Landesdenkmalamtes 2 reiche Bestattungen mit Waffen und kostbaren Beigaben, die die Toten als Angehörige der keltischen Oberschicht kennzeichnen. Aus dem Graben neben dem Hügel stammt eine überlebensgroße Sandsteinfigur eines "Keltenfürsten", der mit seiner Ausstattung dem Grabinventar des Toten aus Grab 1 entspricht. Fragmente von weiteren Statuen wurden ebenfalls entdeckt.

Zu den beeindruckendsten Funden des frühen keltischen Kunsthandwerks gehört ohne Zweifel der goldene Halsreif aus Grab 1 des Grabhügels, der zusammen mit anderen herausragenden Funden dem Verstorbenen Keltenfürst mit ins Jenseits gegeben wurde.
Das Dritte Grab vom Glauberg lag unter einem kleineren Grabhügel und beinhaltete ebenfalls reiche Waffenbeigaben. Die einmalige Gelegenheit, diese Grabanlagen mit modernen naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen zu können, wird mit Sicherheit dazu beitragen, eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse zu gewinnen.


 

Links zum Glauberg und dem Keltenfürsten

http://www.fuerstensitze.de/
http://www.keltenwelt-glauberg.de/
http://archaeolet.de/themen/eisenzeit/der-furst-vom-glauberg/

Literatur zum Glauberg und dem Keltenfürsten

H. Baitinger, Der Glauberg - Ein Fürstensitz der Späthallstatt-/ Frühlatènezeit in Hessen, Wiesbaden 2010
W. Erk, Zur Literatur über den Glauberg. Büdinger Geschbl. 9/10, 1980/81, 169—188 (mit Literaturverzeichnis 181 ff.).

W. Erk, Der Glauberg - Bemerkungen zu den neuen Ausgrabungen auf dem Glauberg und zu Beobachtungen in seinem Umfeld. In: Magistrat der Stadt Büdingen (Hrsg.), Chronik Düdelsheim 792—1992 (Büdingen 1991) 72—92.
W. Erk, 7000 Jahre Glauberg — zur Archäologie und Geschichte von Berg und Dorf. In: Festschrift 1200 Jahre Glauberg und 50 Jahre Eintracht Glauberg (Glauburg 2002) 35—48.
F.-R. Herrmann, Der Glauberg am Ostrand der Wetterau. Arch. Denkmäler Hessen 51 (Wiesbaden 1985; 2. Aufl. Wiesbaden 2000).
F.-R. Herrmann, RGA, 2. Aufl. Bd. 12 (1998) 188—195 s. v. Glauberg.
F.-R. Herrmann, Der Glauberg: Fürstensitz, Fürstengräber und Heiligtum. In: H. Baitinger/B. Pinsker (Red.), Das Rätsel der Kelten vom Glauberg (Ausstellungskat. Frankfurt a. Main 2002) 90—107.
F.-R. Herrmann/O.-H. Frey, Die Keltenfürsten vom Glauberg. Ein frühkeltischer Fürstengrabhügel bei Glauburg-Glauberg, Wetteraukreis. Arch. Denkmäler Hessen 128/129 (Wiesbaden 1996) 8 ff.
F.-R. Herrmann/G. Seitz, Von der Vorzeit zum Mittelalter. Archäologische Ausflüge in der Wetterau. Arch. Denkmäler Hessen 84 (Wiesbaden 1989).
F.-R. Herrmann in: ders./A. Jockenhövel (Hrsg.), Die Vorgeschichte Hessens (Stuttgart 1990) 385 ff.
W. Jorns, Die Altenstädter Landschaft in urgeschichtlicher Zeit. In: Gemeindevorstand Altenstadt (Hrsg.), 1200 Jahre Altenstadt (Altenstadt 1967) 5—24.
H. Richter, Der Glauberg (Bericht über die Ausgrabungen 1933—1934). Volk u. Scholle 12, 1934, 289—316.
H. Richter, Über den Glauberg. In: Der Vogelsberg. Monatsschr. Vogelsberger Höhen-Club 42/5, 1959, 2—7; auch abgedruckt in: H. Baitinger/B. Pinsker (Red.), Das Rätsel der Kelten vom Glauberg (Ausstellungskat. Frankfurt a. Main 2002) 84—89.
H. Richter, Zur Geschichte des Dorfes Glauberg. In: Festschrift 1969/70 der Eintracht Glauberg (o. O. 1970) 25—33.

Bildnachweise zu Glauberg und dem Keltenfürsten

1. Athinaios by Wiki Commons
2. Mittelalterliche Hausfundamente auf dem Glauberg, Commander-pirx at de.wikipedia [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
3. Glauberg Grabhügel mit Kalendarium, http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/18/Glauberg_Grabhuegel_mit_Kalendarium.jpg
4. Keltenfürst von E-W (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
5. Schmuckrepliken der Keltenfürsten von 
http://www.replik-shop.de

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Epoche Kelten
Material Silber 925
Art der Replik Ringe
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